Die Entwicklung feinmotorischer Bewegungen und der Körperwahrnehmung

Conradi, St.; Seidel, E.J.

Ambulantes Rehabilitations- und Präventionszentrum am Zentrum für Physikalische und Rehabilitative Medizin des Sophien- und Hufeland-Klinikums Weimar

Einleitung

Die Anforderung an die Motorik und Wahrnehmung im professionellen Instrumentenspiel sind erheblich differenzierter und komplexer als bei vielen anderen beruflichen und alltäglichen Tätigkeiten. Die Qualität des Instrumentenspiels hängt maßgeblich von der Genauigkeit feinmotorischer Bewegungen ab, welche Ausdruck der kinästhetischen Differenzierungsfähigkeit der eigenen Bewegungen und der Bewegungen mit Hilfsmitteln, z.B. des Streichbogens, ist. Desweiteren stellten wir in vorangegangenen Pilotstudien, in denen es um die Simulation eines Instrumentenspiels ging, fest, daß die Körperwahrnehmung bei Musikern erhebliche Defizite aufweist. Körperwahrnehmung ist aber von besonderem Interesse, wenn es darum geht, Überlastungssituationen besonders der Wirbelsäule zu vermeiden oder päventiv entgegen zu wirken. Zur Lösung des Problems, nicht nur für diese Berufsgruppe, ist eine Methodik zu entwickeln, das diese Fähigkeiten schult und stabilisiert.

Methodik:

Die Pilotstudie wurde im Rehabilitations- und Präventionszentrum des Sophien- und Hufelandklinikums Weimar, durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar wurden 12 Studenten ausgewählt, die das 10- wöchige Programm unter therapeutischer Anleitung durchführten. Auswahlkriterium für die Studenten war eine Nichtteilnahme an physiotherapeutischer Behandlung in den letzten sechs Monaten mit gleichzeitiger weitgehender Schmerzfreiheit. Im Prä-Post-Testverfahren, mit einer Testbatterie zur kinästhetischen Differenzierungsfähigkeit und einer ZEBRIS-Diagnostik zur Haltung und Beweglichkeit der Wirbelsäule wurden die Entwicklungen der Studienteilnehmer dokumentiert. Die Tests, sowie das diagnostische Vorgehen der ZEBRIS-Untersuchung, werden im Vortrag erläutert.

Ergebnisse und Diskussion:

In der Ergebnissbetrachtung wird auf inter- und intraindividuelle Unterschiede bezüglich den Parametern der kinästhetischen Testbatterie und der ZEBRIS-Diagnostik näher eingegangen. Die Darstellung der Zebris-Ergebnisse wird sich auf postural- und mobility-Parameter konzentrieren, der Bezug zu Normwerten wird gesucht. Zur Diskussion möchten wir den Transfer der Ergebnisse auf Krankheitsbilder des orthopädisch / traumatischen Verletzungskreises unter besonderer Beachtung der Wirbelsäule stellen. Schlüsselwörter : Kinästhesie - Wirbelsäule - Körperwahrnehmung - Propriorezeption - Musikermedizin

Anschrift :

Steffen Conradi, leitender Sporttherapeut ambulantes Rehabilitations- und Präventionszentrum Sophien-und Hueland-Klinikum Weimar, H.-v.-d.-Velde-Str.2, 99425 Weimar http://www.pdes.de www.pdes.de / http://www.klinikum-weimar.de