Phys Med Rehab Kuror 2001  Thema: Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation  Wissenschaft   

W12

Beinflussung der Atmung von Patienten mit Postpolio-Syndrom durch Konditionstraining

Dietze C1, Bocker B1, Smolenski UC1, Seidel E2

1. Institut für Physiotherapie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Kollegiengasse 9, 07740 Jena; 2. Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH, Henry-van-de-Velde-Straße 2, 99425 Weimar

Frage: Sind Atmungsparameter von Patienten mit einem Postpoliosyndrom (PPS) durch ein Ausdauertraining zu beeinflussen?

Methodik: n=18 Patienten, Alter 59 Jahre (Median), 13 w, 5 m, 53 Jahre nach Erstinfektion. Prospektives Baseline-Studiendesign: Die Ausdauerbelastung erfolgte mittels Fahrradergometertraining als Intervalltraining über 23 min, jeweils 5 min Training und 1 min Pause 2-mal pro Woche (Belastungsintensität: Borgskala 13=„etwas anstrengend“). Der Beobachtungszeitraum bestand aus sechs Monaten: 1 Monat Vorbetrachtung, 2 Monate Trainingsphase, 3 Monate follow-up. Bewertungskriterien vor und nach Training: Maximales exspiratorisches Volumen (ml) und Atembreite (cm), monatlich: maximales exspiratorisches Volumen, Atembreite sowie Sauerstoffsättigung (%).

Ergebnisse: Während der gesamten Untersuchung zeigte die Atembreite keine Änderung (vor Trainingsserie 4,3 cm, nach 4,8 cm). Relevant sind die signifikante Zunahme des Ruhe-Atemvolumens um 12% (2663 ml auf 2980 ml) vom Zeitpunkt des ersten bis zum letzten Training und eine tendenzielle Zunahme des Atemvolumens nach Belastung am Trainingsende um 6% (2791 ml nach 1. u. 2958 ml nach 16. Belastung). Die Sauerstoffsättigung nahm signifikant über den Trainingszeitraum von 96,28% auf 97,2% zu. Die durch Training erzielten Veränderungen waren im follow-up nicht mehr verifizierbar.

Schlussfolgerungen: Ausdauertraining in Form eines Fahrradergometertrainings verbessert die Atmungsfunktion von PPS-Patienten, jedoch erscheint für einen dauerhaften Erfolg ein lebenslanges Training notwendig.


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