Phys Med Rehab Kuror 2001  Thema: Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation  Wissenschaft   

W03

3D-Ultraschall-Ganganalyse ZEBRIS bei Dysplasiekoxarthrose vor und nach der Hüft-TEP-Implantation – eine Pilotstudie

Babisch J, Seidel EJ*, Conradi S*

Orthopädische Univ.-Klinik am Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“ GmbH, Klosterlausnitzer Straße 1, 07607 Eisenberg; *Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar, Zentrum für Physik. u. Rehab. Medizin Klinikum Weimar, Henry-van-de-Velde-Straße 2, 99425 Weimar

Fragestellung: In der klinischen Praxis stützt sich die Bewertung der Hüftgelenksfunktion vorwiegend auf subjektive Kriterien wie Schmerz und Mobilität, während als objektive Parameter nur die Gelenkbeweglichkeit beurteilt und weitere sensitive Kenngrößen wie Gelenkbiomechanik und Gangmuster nicht berücksichtigt werden. Ermöglicht die ZEBRIS-Ganganalyse, die bei der HTEP-Implantation vollzogenen Änderungen der Gelenk- und Muskelgeometrie ausreichend zu objektivieren? Können aus dem Gangmuster Rückschlüsse auf die Prothesenfunktion und Rehabilitation gezogen werden?

Methodik: Es wurden 6 Patienten mit Dysplasiekoxarthrose vor und 6 Monate nach der TEP-Plastik einer Ganganalyse auf dem Laufrad unterzogen und die ermittelten Gangparameter sowohl mit den klinischen Ergebnissen als auch mit der biomechanischen Gelenksituation verglichen.

Ergebnisse: Von den kinematischen Parametern zeigen die maximale Hüft- und Knieflexion in der Schwungphase, das Verhältnis zwischen Standbein- und Schwungbeinphase, die Beckenkippung als auch die Schrittlänge deutliche normgerichtete Änderungen im Vergleich zwischen prä- und postoperativem Gangbild. Beinlängenunterschiede unter 1 cm beeinflussen das Gangmuster unwesentlich.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die 3D-Ultraschall-Ganganalyse erlaubt ein zuverlässiges Monitoring der wichtigsten kinematischen Gangparameter. So kommt es nach der HTEP-Implantation bei Dysplasiekoxarthrose 6 Monate postoperativ zu einer Verbesserung dieser Kenngrößen, ohne die aus der Literatur bekannten Normbereiche zu erreichen. Die Pilotstudie ermutigt uns zu weiteren Untersuchungen, um weitere Aufschlüsse über bestehende Zusammenhänge zwischen Klinik und Gangmuster zu erbringen. Die Rekonstruktion der Gelenkgeometrie scheint eine der Voraussetzungen für die Normalisierung des Gangbildes zu sein.

Literatur: 1. Babisch J. et al.: Computergestützte biomechanisch fundierte zweidimensionale Operationsplanung hüftchirurgischer Eingriffe. Orthopädische Praxis (2001) 1:29-38

2. Wiedmer, L. et al.: Das Gangmuster von Patienten mit Hüftarthrose. Orthopädie (1992) 21:35-40


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